Jeder der in seiner Muttersprache schreibt hat es wohl schon erlebt. Die schiere unendliche Auswahl an Worten kann schnell überfordernd sein und am Ende findet man doch nicht genau den Begriff, den man sucht. Immerzu denkt man, es gäbe bestimmt einen bessers Wort und man muss es nur finden.
So oder ähnlich schien es auch Haruki Murakami ergangen zu sein. Der japanische Autor hat seit jeher eine bewährte Methode um seine Romane zu schreiben: Er verfasst sie zunächst auf Englisch und übersetzt sie dann erst zurück ins Japanische. So ist sein Vokabular eingeschränkt und er ist gezwungen, sich möglichst präzise auszudrücken.
Freiheit durch Eingrenzung?
Eigentlich scheint es ja paradox zu sein, dass man in einer anderen Sprache besser schreiben kann. Doch vielleicht entsteht in der Reduktion genau das, worüber wir wirklich erzählen wollen. Vielleicht brauchen wir gar nicht so viele Worte, um das Wesentliche auszudrücken.
Manchmal schreibe ich gerne auf Englisch oder Französisch. Meistens Gedichte. Gerade bei Lyrik kommt mir die deutsche Sprache oft so verbraucht vor, weil ich all ihre Wörter schonmal in anderen Kontexten gehört habe. Gerade im Französischen erschaffe ich mir aber durch unvollständige Sätze neue Wortmelodien, die ich so noch nie gehört habe. Das macht den Reiz für mich aus.
Vielleicht geht es genau darum, wir sind frei, weil wir eben viele Dinge nicht wissen und viele Wörter nicht kennen.Trotzdem fühlen wir alle ähnlich und diese Gefühle in egal welcher Spracche in den einfachsten Worten auszudrücken, vielleicht ist das das Ziel.
Was denkt ihr? Schreibt ihr auch manchmal in einer anderen Sprache oder blockiert euch das sogar vielleicht? Was sind eure Erfahrungen?
Zuletzt noch ein Zitate von Murakami: